Folie

Anwendung und Herstellung

Definition – Was ist Folie?

Folie ist ein Flächengebilde aus sehr dünnem Kunststoff. Kunststofffolien bestehen häufig aus rohölbasiertem Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Mittlerweile gibt es auch Folien aus nachwachsenden, biobasierten Kunststoffen auf Stärke-, Zucker- oder Cellulosebasis. Durch einen mehrschichtigen Aufbau können sie Spezifikationen wie Dampfsperre, Atmungsaktivität, Luftundurchlässigkeit, UV-Stabilität etc. erhalten.

Folie in 60 sec.

Folien können als Primärverpackung (Blutkonserven), Sekundärverpackung (Schrumpffolie um Getränkeflaschen) oder Transportverpackung (Stretchfolie) verwendet werden. Im Bereich Verpackung und Ladungssicherung gehören Folie und Pappe – auch in Kombination miteinander – zu den meistverwendeten Materialien. Das liegt u. a. an den überzeugenden Produkteigenschaften, dem leichten Handling und dem günstigen Preis.

Anwendungsfelder – Schutz und Ladeeinheitenbildung

Folien schützen vor Staub, Nässe, Verunreinigung und Kontamination. Das geschieht in beide Richtungen: Verpackte Produkte werden vor äußeren Einflüssen geschützt, gleichzeitig wird die Umwelt vor Kontaminationen durch kritische Güter bewahrt. Reißfeste, wasserundurchlässige und gegen chemische Stoffe extrem widerstandsfähige Folien werden zum Beispiel als Auslauf- oder Ausgasungsschutz verwendet. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Spezialfolien, z. B. für Car Wrapping, als Sonnenschutzfolie oder UV-beständige Folie. Hersteller bieten transparente oder bedruckte Stretchfolie für den maschinellen Einsatz in der Regel in Stärken zwischen 6 µm und 35 µm an.

Verarbeitung maschinell oder händisch

Im Transport- und Logistikbereich dienen PE-Folien in unterschiedlichen Stärken und Breiten zur Bündelung von Produkten und zur Bildung von Ladeeinheiten, indem sie per Hand oder maschinell mit halb- oder vollautomatischen Verpackungsmaschinen um gepackte Einheiten und Paletten gewickelt werden. So werden Waren vor Beschädigung und Verrutschen während des Transports geschützt. Diese Form der Transportsicherung wird in vielen Branchen weltweit eingesetzt.

Gute Umweltverträglichkeit von Polyethylenfolie

Folien aus reinem Polyethylen sind frei von Schwermetallen und Weichmachern. Sie lassen sich sehr gut recyceln und verbrauchen durch ihre geringe Materialstärke wenige Ressourcen.

Wie wird Folie hergestellt?

Folien werden auf großtechnischen Anlagen als Endlosbahnen hergestellt. Durch die Zugabe von Additiven lassen sie sich sehr leicht für bestimmte Anforderungen anpassen. In der Regel werden sie, für ein leichtes Handling, auf Papier- oder Kunststoffhülsen aufgewickelt.

Ausgangsmaterial PE, PP, PVC, PS, PC oder biobasierte Kunststoffe

Es gibt verschiedene Basismaterialien für die Herstellung von Folie. Dazu zählen Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol (PS), Polyester oder Polycarbonat (PC). Zunehmend werden auch biobasierte Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet. Am häufigsten wird derzeit im Bereich der flexiblen Folien Polyethylen für transparente, reißfeste Qualitäten genutzt.

Herstellungsverfahren Extrusion

Kunststofffolie wird meist durch Extrusion hergestellt. Bei PE-Folie unterscheidet man zwischen Folien geringer Dichte (LDPE – Low Density Polyethylen) und hoher Dichte (HDPE – High Density Polyethylen). Das Ausgangsgranulat wird verdichtet, homogenisiert und erhitzt. Dabei herrschen Drücke von bis zu 600 bar und Temperaturen von 150°C (LDPE-Folie) bzw. 250°C (HDPE-Folie).

Nach der Erhitzung wird das flüssige Granulat unter Druck kontinuierlich durch eine formgebende Öffnung gepresst. Zur Herstellung von Blasfolien verwendet man eine Ringdüse, die das flüssige Granulat wie einen Kaugummi aufbläst und dehnt. Der entstehende Schlauch wird über Gummiwalzen transportiert, konfektioniert und schließlich auf Kunststoff- oder Papphülsen aufgewickelt.

Mehrschichtiger Folienaufbau

Durch die Zugabe bestimmter Rohstoffe bei der Fertigung erhält die Folie spezifische Eigenschaften. Bei Barrierefolien, die in der Lebensmittelbranche häufig verwendet werden, kann man durch Hinzufügen von EVOH oder Polyamid eine Sperrschicht gegenüber Sauerstoff oder eine Aromabarriere erzeugen.

Hygienezertifizierte Produktion von Lebensmittelfolien

Folien im Lebensmittelbereich müssen extrem widerstandsfähig, höchst transparent und vor allem hygienisch einwandfrei produziert werden. Daher unterliegt die Produktion den strengen Richtlinien und Standards der EU-Verordnung Nr. 10/2011. Verpackungshersteller, die nach dem international anerkannten BRC Global Standard zertifiziert sind, garantieren Lebensmittelsicherheit und Qualität von Verpackungsfolien.

Welche Eigenschaften hat PE-Folie?

Polyethylen-Folie, egal ob transparent, farbig oder bedruckt, ist extrem vielseitig und anpassungsfähig. Der Preis ist im Vergleich zu anderen Materialien sehr günstig. Es gibt sie in einer großen Auswahl an Breiten und Stärken. Folien aus Polyethylen zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • atmungsaktiv
  • bedruckbar
  • chemikalienresistent
  • dehnbar
  • durchstoßfest
  • feuchteresistent
  • flexibel
  • reißfest
  • temperaturstabil
  • transparent, glasklar oder farbig
  • UV-beständig
  • wasserfest

Für welche Güter und Waren wird PE-Folie verwendet?

Lebensmittel

Transparente, reißfeste PE-Folie wird häufig als Primärverpackung für Lebensmittel verwendet. Im Bereich Obst und Gemüse sowie Käse und Wurstwaren häufig auch in Kombination mit anderen Materialien wie Papier und Pappe. Barrierefolien schützen empfindliche Lebensmittel und erhöhen deren Haltbarkeit. Folie fungiert überdies als Werbemedium: Durch einen auffälligen, oft farbenfrohen Druck, z. B. bei Süßigkeiten, soll die Aufmerksamkeit der Kunden gewonnen werden. Außerdem ermöglicht die Folienverpackung den leichten Transport einer bestimmten Menge.

Futtermittel

In der Landwirtschaft werden Folien aus Polyethylen, beispielsweise für die Herstellung von Silageballen und zum Abdecken von Silage, verwendet. Als Barrierefolien erhöhen sie die Haltbarkeit, bewahren vor äußeren Einflüsse wie Luft und sichern die Qualität des Futtermittels. PE-Folien bieten für einen vergleichsweise günstigen Preis einen exzellenten Produktschutz.

Konsumgüter

Als Schutz- und Diebstahlhülle oder zum Zwecke der Bündelung kommen sie für eine enorme Vielzahl an Produkten zur Anwendung, z. B. bei Kosmetika, Schreibwaren und CD-Hüllen. In Form von Beuteln werden Folienverpackungen zudem für eine Vielzahl kleinerer Produkte und Sortimente verwendet, z. B. für Schrauben und Nägel.

Blutkonserven

Folienbeutel werden auf der ganzen Welt für die Lagerung von Blutkonserven verwendet.

Für welche Zwecke wird Folie verwendet?

Schutz während Produktionsprozess und Lagerung

Dünne Folien schützen Produkte während des Produktionsprozesses vor Verunreinigungen mit Staub, durch Fingerabdrücke, vor Kratzern und Beschädigungen. Für den Schutz glatter Oberflächen eignen sich sogenannte Adhäsionsfolien, die ganz ohne Klebstoff auf der Oberfläche haften. Sie werden häufig in der Automobilbranche verwendet.

Leichtes Handling von Waren

Sogenannte Banderolierfolien, auch Schmalrollen genannt, verwendet man zum Bündeln von Verpackungseinheiten. Sie haben eine geringe Breite und werden zumeist als transparente Version verwendet. Klassische Tragetaschen werden ebenfalls aus Kunststofffolie gefertigt. Allerdings werden sie aufgrund eines steigenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit sowie gesetzlicher Vorgaben mittlerweile weniger nachgefragt.

Bilden und Stabilisieren von Ladeeinheiten

Verpackungsfolien werden um gepackte Paletten gewickelt. Sie stabilisieren die Ladeeinheit und sichern sie gegen Verrutschen sowie Beschädigung während des Transports. Die dafür verwendete extrem reißfeste und dehnfähige Polyethylenfolie ist hauchdünn. Sie kann transparent, eingefärbt oder bedruckt sein. Die Verarbeitung erfolgt per Hand oder maschinell.

Mit Stretch- bzw. Polyethylenfolie werden unterschiedlichste Waren auf Paletten optimal gesichert. Sie eignet sich bestens für eine schnell getaktete maschinelle Verpackung und Ladeeinheitenbildung. Stretchfolie besitzt ausgezeichnete Hafteigenschaften für einen optimalen Folienverbund. Eine absolut glatte Außenseite verhindert gleichzeitig das Verkleben der Paletten während des Logistikprozesses. Das ermöglicht ein schnelles Be- und Entladen und damit einen reibungslosen Transportprozess.

Verpackungsfolien werden verwendet für:

  • druckempfindliche Produkte
  • instabile Packgüter
  • kühlpflichtige Waren
  • packgleiche Waren
  • schwere Ladungsgüter
  • Produkte mit scharfen Kanten
  • Sonderformen
  • Waren mit spitzen Ausformungen

Durch zusätzliche Verwendung eines Deckblattes können Waren von fünf Seiten vor Staub, Nässe und Feuchtigkeit geschützt werden. Stretchhauben kommen ohne Deckblatt aus und bieten von vornherein einen 5-seitigen Schutz.

Schutz vor Stößen im Paketversand

Zum Schutz vor Transportbeschädigungen werden im Paketversand häufig Luftpolsterfolien verwendet, die durch die eingeschlossene Luft Stöße und Erschütterungen absorbieren. Ein anderes Anwendungsbeispiel sind Fixierfolien in Membranverpackungen. Sie fixieren das Produkt auf einem Trägermedium, z. B. aus Pappe. Dieses wird so im Karton befestigt, dass das Produkt quasi frei im Karton hängt, ohne direkten Kontakt zu den Außenwänden.

Schutz vor Schäden durch UV-Strahlung

Spezielle UV-stabilisierte Stretch-, Bündel- und Abdeckfolien können empfindliche Materialien wie Holz, das durch UV-Strahlen nachdunkelt, vor Farbveränderung schützen. UV-Absorber sorgen dafür, dass die Folie durch UV-Strahlung nicht beschädigt wird. Das ist wichtig für alle Produkte, die draußen gelagert werden, z. B.:

  • Silage
  • Schüttgüter
  • kritische und sensible Stoffe
  • Holzprodukte

Diebstahlschutz

Produkte, die fest in Folie eingeschweißt sind, sind besser vor Diebstahl geschützt. Klassisches Beispiel dafür sind CDs. Die Folienverpackung verhindert eine unbefugte Entnahme des Tonträgers und ermöglicht durch ihre Transparenz einen ungehinderten Blick auf das Produkt.

Ebenso können Verpackungsfolien als Transportverpackungen Diebstahl erkennbar werden lassen. Einige Unternehmen setzen eingefärbte oder bedruckte Verpackungsfolie zum Schutz vor Diebstahl ein. Damit soll verhindert werden, dass die Transportverpackung abgeschnitten wird, Produkte entwendet werden und die Palette im Anschluss mit herkömmlicher transparenter Folie umwickelt wird.

Marketingzwecke

Bedruckte, bunte Folien werden nicht nur für das Verpacken von Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln verwendet, sondern auch zu temporären Werbezwecken auf Gebrauchsgütern, z. B. zur Gestaltung und Kennzeichnung von Fahrzeugen.

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In welchen Branchen wird Folie verwendet?

Baubranche

Als Trittschalldämmung ist PE-Folie nicht geeignet, wohl aber als Dampfbremsfolie, beispielsweise unter Fußböden oder als Dachunterspannbahn.

Entsorgung

Im privaten wie gewerblichen Bereich der Entsorgung werden Folien zur Verpackung von Müll genutzt. Spezielle Folien eignen sich auch zur Zwischenlagerung. Sie verhindern ein Ausgasen kritischer Stoffe in die Umwelt bzw. die Kontamination von Flächen und Gewässern.

Floristikbranche

Die Floristikbranche verwendet transparente Folie häufig zum Verpacken von Blumensträußen.

Flughäfen

An manchen Flughäfen können Flugreisende ihren Koffer vor der Gepäckaufgabe in Stretchfolie einwickeln. Die dafür verwendete, schwer entflammbare Stretchfolie (DIN 4102) erschwert das unbefugte Öffnen des Koffers, verhindert Verschmutzungen und schützt ihn im Falle eines Brandes, zumindest für eine gewisse Zeit, vor den Flammen.

Holzindustrie

Spezielle Stretchfolien werden von der Holzindustrie zum Schutz von Leimholzbalken vor Feuchtigkeit und Licht verwendet.

Landwirtschaft

Im Agrarbereich wird Folie für die Herstellung von Ballensilage verwendet. Die Folie wird um die zuvor gepressten Rund- und Quaderballen gewickelt. Ein guter Folienverbund der einzelnen Lagen sowie eine Sauerstoffbarriere in der Mehrschichtfolie sorgen für eine erstklassige Futterqualität.

Lebensmittelindustrie

In der Lebensmittelindustrie wird Folie häufig als Verpackungsfolie oder Barrierefolie verwendet. Ihre Eigenschaften und Bestandteile variieren je nach Produktart. Bei Trockenprodukten wie Nudeln ist eine gute Wasserdampfbarriere wichtig, weniger wichtig ist hier eine Gas- und Aromabarriere.

Getränkeindustrie

Zur Bündelung von 4 oder 6 Flaschen wird häufig Schrumpffolie verwendet. Das dadurch entstandene Gebinde vereinfacht das Handling sowie das Stapeln auf Paletten für den Transport.

Kosmetikbranche

Ausgewählte Kosmetikinstitute nutzen lebensmittelechte Folien für das sogenannte Body Wrapping, die Umwickelung bestimmter Körperbereiche wie Bauch, Taille, Hüfte, Oberarme, Oberschenkel und Po. Dadurch soll das Bindegewebe gefestigt, Cellulite reduziert und die Entschlackung des Körpers angekurbelt werden.

Pharmaindustrie

Im Pharmabereich werden Folien häufig als Primärverpackung eingesetzt. Das meist hochsensible Medikament wird durch die Verpackung, bis zur Verwendung durch den Endverbraucher, vor Verunreinigung, hoher Luftfeuchtigkeit, aber auch vor UV-Strahlung geschützt. Dabei darf die Verpackung auf keinen Fall mit dem Inhaltsstoff reagieren oder den Inhalt verändern. Die Kunststofffolie darf somit beispielsweise nur bestimmte, zugelassene Weichmacher enthalten.

Verbindungstechnik

Folien werden als PE-Beutel für die Verpackung von Schrauben und anderen Befestigungselementen verwendet. Oftmals sind sie mit einfachem Klebeband verschlossen oder verschweißt. Spezielle Folien schützen Produkte zudem vor Korrosion.

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